Geschichte

Von der Steinzeit bis zur Gegenwart!
 
Graburnen und andere Bodenfunde beweisen, dass in der Gemarkung von Ochtendung bereits in der Steinzeit Nomaden lebten. Eine kontinuierliche Besiedlung der Region erfolgte jedoch erst durch die Kelten und später die Römer. So wurden ein komplettes Keltendorf mit Zufluchtstellung, Festungsgraben und 26 Hügelgräbern sowie eine römische Wasserleitung entdeckt.

Fruchtbare Böden, der Wasserreichtum und günstiges Klimamachten die Gegend zu einem bevorzugten Siedlungsgebiet.Der Anschluss an eine alte Heerstraße bewirkte, dass sich hier Handelsleute niederließen, denen Handwerker und Ackerbürger folgten. In der Frankenzeit war Ochtendung "castellum Octinyca" Sitz fränkischer Gaugrafen.

Erste schriftliche Erwähnung fand Ochtendung in einer Schenkungsurkunde von 963, in der der Ort als "of demo dinge" benannt wurde. Diese Bezeichnung lässt erkennen, dass hier einstmals eine Thingstätte, dass heißt eine germanische Gerichts- und Heeresversammlungsstätte , war.

Die St.-Martin-Kirche wurde wahrscheinlich Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und nach der Mutterkirche in Münstermaifeld benannt. 1200 wurde sie Pfarrkirche. Im Mittelalter entwickelte sich Ochtendung als Sitz eines Landkapitels zum Mittelpunkt zum Mittelpunkt eines grossen Kirchesprengels, zu den 61 Pfarreien im Jahr 1330 gehörten. Die Erzbischöfe von Trier wählten Ochtendung zeitweise zur Sommerresidenz und hatten hier eine Vogtei. Auch der Deutsche Orden, die Abtei Maria Laach und zahlreiche Klöster waren in Ochtendung begütert.

Erzbischof Werner von Falkenstein begann 1401 mit dem Bau der nach Ihm benannten Burg Wernerseck, die bis Mitte des 16. Jahrhunderts Sitz des kurtrierischen Amtes Ochtendung war. Die Burg bildet ein hervorragendes und bedeutsames Beispiel spätgotischer Befestigungstechnik
im Rheinland.

Zeitweise hielt sich hier Nikolaus Cusanus, Dekan vom St.-Florins-Stift in Koblenz und Stiftspropst von Münstermaifeld, auf, um sich seinen Studien zu widmen und astrologische Beobachtungen und Berechnungen anzustellen. In Tag- und Nachtarbeit entwarf er eine Landkarte, die 1491 in Eichstätt gestochen wurde.

Kaiser Karl IV. (1347 - 1378) hatte Ochtendung die Erlaubnis erteilt, Mauern und Gräben anzulegen. Dennoch wurde der Ort in den folgenden Jahrhunderten, insbesondere im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648), wiederholt schwer verwüstet.

Im Visitationsinstitut für das Landkapitel Ochtendung von 1673 wurde erstmalig eine Schule im Ort erwähnt. Nachweislich fand der Schulunterricht in der ehemaligen Torwache statt. 1734 wurden bei einem gewaltigen Brand die St.-Martin-Kirche, das Pfarrhaus und große Teile des Dorfes vernichtet. Die Kirche wurde in den Jahren 1769 bis 1771 neu errichtet.
Als Folge der Französischen Revolution, im Zuge der sich anschließenden territorialen Veränderungen Europas, wurde Ochtendung dem französischen Kanton Polch zugeordnet, dem es bis 1821 angehörte.

1849 wurde die St.-Martin-Kirche wiederum durch einen Brand schwer beschädigt. Die Konsekration der restaurierten Kirche erfolgte 1851. Bereits 1904 wurden jedoch starke Schäden an der Baukonstruktion festgestellt. Auch aufgrund der beiden Weltkriege zögerte sich die Erneuerung hinaus. Erst 1957 wurde das alte Gotteshaus abgerissen und mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die 1958 konsekriert wurde.

1882 entstand unter der Leitung von Franziskanerinnen, die aus Waldbreitbach nach Ochtendung gekommen waren, das Krankenhaus St. Marien. Seit 1892 war ihm die erste Ochtendunger Kinderbewahranstalt angegliedert. 1965 wurde das Krankenhaus geschlossen. Heute werden seine Räumlichkeiten von den Einrichtungen des Gemeindezentrums St. Martin genutzt.

Jahrhundertelang war Ochtendung  von der Landwirtschaft geprägt. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trat durch die Ausbeute der reichhaltigen Bims- und Lavavorkommen ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der begünstigt wurde durch die verkehrsmäßig ausgezeichnete Lage mit unmittelbarem Anschluss an die Autobahnen A 61 Köln-Ludwigshafen und A 48 Trier-Koblenz.
Als Sensation ist jedoch der Fund zu werten, den Dr. Axel von Berg vom Landesamt für Denkmalpflege, Archäologische Denkmalpflege, machte. In einer Kraterfüllung des Wannenvulkans, nördlich von Ochtendung, fand er im Frühjahr  1997 das guterhaltene Schädeldach eines Neandertalers. Aufgrund der Morphologie und aus der Fundlage in der Kratermulde kann das Schädeldach als Altmenschenrest den  frühen Neandertalern der Zeit um 150.000 vor Christus zugewiesen werden. Dem Fund von Ochtendung kommt in Fachkreisen große Bedeutung zu.
Die erfolgreiche Dorferneuerung und die Ausweisung und Realisierung großer Wohn- und Gewerbegebiete, sowie die der Bau des Jakob-Vogt-Stadions (2003) und der Kulturhalle Ochtendung (2006) haben Ochtendung in eine moderne und attraktive Gemeinde verwandelt, die heute rund 5.400 Einwohner zählt.

 




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